Willkommen bei unserem großen Steigbügel Test 2018. Hier präsentieren wir dir alle von uns näher getesteten Steigbügel. Wir haben dir ausführliche Hintergrundinformationen zusammengestellt und auch noch eine Zusammenfassung der Kundenrezensionen im Netz hinzugefügt.

Damit möchten wir dir die Kaufentscheidung einfacher machen und dir dabei helfen, den für dich besten Steigbügel zu finden.

Auch auf häufig gestellte Fragen findest du Antworten in unserem Ratgeber. Sofern vorhanden, bieten wir dir auch interessante Test-Videos. Des Weiteren findest du auf dieser Seite auch einige wichtige Informationen, auf die du unbedingt achten solltest, wenn du dir einen Steigbügel kaufen möchtest.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Steigbügel erleichtern nicht nur das Aufsteigen auf das Pferd, sondern geben auch beim Reiten einen guten Halt.
  • Wer sich unsicher fühlt oder eine Disziplin mit hohem Sturzrisiko betreibt, sollte über die Verwendung spezieller Sicherheitssteigbügel nachdenken.
  • Die richtige Steigbügellänge trägt maßgeblich zu einem guten Sitz bei. Wenn du dir unsicher bist, kannst du deinen Reitlehrer um Hilfe beim Einstellen der Bügel bitten.

Steigbügel Test: Das Ranking

Platz 1: Steigbügel OPERA STIRRUP

Platz 2: KERBL Steigbügel

Platz 3: HKM Sports Equipment Steigbügel

Platz 4: PFIFF Kunststoff Steigbügel

Platz 5: Waldhausen Steigbügel Black

Ratgeber: Fragen, mit denen du dich beschäftigen solltest, bevor du dir Steigbügel kaufst

Wozu braucht man Steigbügel?

Steigbügel dienen im Reitsport vor allem zum Aufsteigen auf das Pferd, denn nicht jeder Reiter schafft das ohne Hilfsmittel. Vor allem bei großen Pferden möchte man den Steigbügel nicht vermissen. Heutzutage ist es allerdings üblich, dass – wo möglich – mit einer Treppe oder von einer Mauer aus auf das Pferd gestiegen wird, da die einseitige Belastung des Steigbügels schädlich für den Pferderücken ist und deshalb vermieden werden sollte.

Neben seiner Aufgabe als Aufstiegshilfe hat der Steigbügel aber noch eine andere Aufgabe: Er gibt dem Reiter Halt im Sattel. Außerdem kann sich der Reiter mit Steigbügeln freier bewegen: das Zur-Seite-Beugen ohne herunterzufallen und der leichte Sitz wurden erst durch die Erfindung der Steigbügel möglich. Somit ist der Steigbügel ein wichtiger Bestandteil der Reitsportausrüstung.

Natürlich ist auch das Reiten ohne Steigbügel möglich und wird schon im Anfängerunterricht eingesetzt, um das Gleichgewicht zu schulen. Allerdings sollte dies nur auf abgegrenzten Plätzen und mit ruhigen Pferden durchgeführt werden.

Der Steigbügel ist in der Regel unter dem Sattelblatt am Sattel befestigt. Dafür gibt es eine spezielle Halterung. Steigbügel kann man flexibel verstellen und so auf unterschiedlich große Reiter oder Anforderungen verschiedener Reitsportdisziplinen anpassen.

Welche Steigbügelgröße ist die Richtige?

Um Unfälle zu vermeiden, sollte der Steigbügel die richtige Größe besitzen. Diese ist abhängig von der Breite des Schuhs des Reiters. Der Schuh oder Reitstiefel sollte problemlos in den Steigbügel passen.

Steigbügel

Steigbügel bieten dem Reiter einen guten Halt im Sattel. Außerdem sind sie ein Hilfsmittel, das das Aufsteigen auf das Pferd erleichtert. (Foto: LunarSeaArt / pixabay.com)

Wenn der Steigbügel zu eng ist, kommt man nicht mehr in den Steigbügel oder steckt im schlimmsten Fall in diesem fest. Wenn ein Reiter bei Stürzen nicht rechtzeitig aus dem Steigbügel herauskommt, kann es sein, dass er vom Pferd mitgeschleift wird. Dabei kann es zu schlimmen Verletzungen kommen.

Wenn der Steigbügel zu weit ist, kann es sein, dass der Fuß des Reiters durch den Steigbügel rutscht. Auch in diesem Fall bleibt der Reiter dann bei einem Sturz im Steigbügel hängen und kommt nicht schnell genug aus dem Steigbügel.

Um solche Unfälle zu vermeiden, sollte der Steigbügel optimalerweise ein wenig breiter als der Schuh des Reiters sein. Weitere Sicherheitsvorkehrungen können getroffen werden:

  • Ein Absatz am Schuh verhindert das Durchrutschen durch den Steigbügel.
  • Die Gummieinlagen sollten saubergehalten werden, um ein Rutschen im Steigbügel zu vermeiden.
  • Für optimalen Halt sollte die Gummieinlage im Steigbügel ausgetauscht werden, wenn sie zu stark abgenutzt sind.

Wie viel kosten Steigbügel und wo kann man sie kaufen?

Steigbügel kosten zwischen zehn und 150 Euro. Ausschlaggebend für die Preisunterschiede sind vor allem das Vorhandensein von Sicherheitsmechanismen und die Beschaffenheit des Materials.

Grundsätzlich muss ein Steigbügel nicht teuer sein, allerdings sollte auf gute Qualität und Sicherheit wertgelegt werden. Oftmals bekommt man bei Sattelkauf auch schon Steigbügel mit dazu, damit man gleich losreiten kann.

Kaufen kann man Steigbügel und das passende Zubehör, wie Einlagen und Steigbügelriemen, sowohl im Internet, als auch in einem Fachgeschäft. Letzteres hat den Vorteil, dass man sich beraten lassen kann und auf Wunsch auch verschiedene Steigbügelarten und -riemen ausprobieren kann. Ein Fachmann kann dann auch individuelle Ratschläge zur Montur und Pflege geben.

Entscheidung: Welche Arten von Steigbügeln gibt es und welche ist die richtige für dich?

Grundsätzlich kann man zwischen sechs Arten von Steigbügeln unterscheiden, die in der englischen Reitweise eingesetzt werden:

  • Klassische Steigbügel
  • Sicherheitssteigbügel mit Gummiband
  • Sicherheitssteigbügel mit Gelenk
  • Sicherheitssteigbügel mit Fußkappe
  • Gedrehte Steigbügel
  • Sicherheitssteigbügel mit Klappmechanismus

Bei jeder Art sind die Form des Steigbügels und damit auch die Sicherheit beim Reiten unterschiedlich, wodurch individuelle Vorteile und Nachteile entstehen. Welcher Steigbügel der Richtige für dich ist, hängt vor allem davon ab, welche Reitsportdisziplin du betreiben willst und welche individuellen Vorlieben du hast.

Um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen und einen optimalen Steigbügel für dich zu finden, stellen wir im folgenden Abschnitt die verschiedenen Arten von Steigbügeln genauer vor und listen die Vorteile und Nachteile übersichtlich auf.

Was ist ein klassischer Steigbügel und worin liegen dessen Vorteile und Nachteile?

Die meisten Reiter reiten mit den klassischen Steigbügeln. Diese bestehen in der Regel aus Edelstahl und haben eine Gummieinlage, die das Rutschen des Fußes im Steigbügel verhindern sollen. Der Steigbügel bietet guten Halt und Sicherheit beim Reiten. Diese Steigbügelart sieht außerdem sehr elegant aus, da sie ringsum aus einem Material besteht und keine Gummieinsätze oder ähnliches aufweist.

Vorteile
  • Rutschfeste Einlage
  • Elegante Optik
  • Guter Halt
Nachteile
  • Gibt bei Stürzen nicht nach
  • Höheres Risiko Hängenzubleiben

Das Problem eines klassischen Steigbügels ist aber, dass er bei Stürzen vom Pferd nicht nachgibt. So kann es passieren, dass der Reiter im Steigbügel hängenbleibt und vom Pferd mitgeschleift wird. Solche Unfälle passieren vor allem dann, wenn das Pferd durchgeht, bockt oder steigt und der Reiter das Gleichgewicht verliert.

Was ist ein Sicherheitssteigbügel mit Gummiband und worin liegen dessen Vorteile und Nachteile?

Bei diesem Modell besteht die Außenseite des Steigbügels nicht aus Edelstahl, sondern wird durch ein Gummiband ersetzt. Wenn viel Druck auf die Außenseite des Steigbügel gebracht wird, löst sich das Band und gibt den Fuß des Reiters frei. So kann der Reiter auch bei einem Sturz nicht im Bügel hängenbleiben. Diese Variante des Sicherheitssteigbügels ist relativ preisgünstig.

Vorteile
  • Schnelles Nachgeben durch ein eingesetztes Gummiband
  • Preisgünstig
Nachteile
  • Keine elegante Optik
  • Gummi kann spröde werden
  • Teilweise Gefühl der Instabilität

Sicherheitssteigbügel mit Gummiband sehen allerdings optisch nicht so elegant aus wie klassische Steigbügel. Im Laufe der Zeit kann außerdem der Gummi spröde werden und muss ersetzt werden.

Einige Reiter empfinden das Gummiband als instabil und haben das Gefühl, das der Steigbügel keinen guten Halt mehr gibt. Ob ein Sicherheitssteigbügel mit Gummiband etwas für dich ist, solltest du für dich selbst testen. Wichtig ist, dass du immer ein sicherer Gefühl hast.

Was ist ein Sicherheitssteigbügel mit Gelenk und worin liegen dessen Vorteile und Nachteile?

Bei dieser Steigbügelart sind die Schenkel nicht fest mit dem Fußsteg verbunden, sondern weisen zwei oder vier Gelenke auf. Diese sind durch Gummiüberzüge versteckt und von außen nicht direkt sichtbar. Durch diese Konstruktion knicken die Steigbügel bei einem Sturz einfach zur Seite weg und geben den Fuß frei. Sicherheitssteigbügel mit Gelenken sind deshalb besonders sicher.

Vor allem für Anfänger ist diese Art optimal, aber auch unter Profis – vor allem im Spring- und Vielseitigkeitssport, wo die Sturzgefahr hoch ist – sind sie sehr beliebt. Die Steigbügel haben außerdem meist eine breite Trittfläche und federn beim Reiten nach, wodurch sie besonders angenehm und gelenkschonend sind.

Vorteile
  • Sicher bei Stürzen
  • Für Anfänger geeignet
  • Beliebt im Spring- und Vielseitigkeitssport
  • Gelenkschonend
Nachteile
  • Falsche Montage nimmt die Sicherheitswirkung
  • Gummiüberzüge sind deutlich sichtbar

Wichtig bei Sicherheitssteigbügeln mit Gelenken ist, dass sie richtig herum am Sattel angebracht werden. Zeigt die falsche Seite nach außen, drehen sich die Bügel in die falsche Richtung und bieten keine Sicherheit im Sturzfall mehr. Die Optik ist Geschmackssache. Da die Gummiüberzüge deutlich sichtbar sind, wirken die Steigbügel oft klobiger und nicht so elegant wie klassische Modelle.

Was ist ein Sicherheitssteigbügel mit Fußkappe und worin liegen dessen Vorteile und Nachteile?

Bei diesem Modell des Sicherheitssteigbügels befindet sich am Vorderteil des Steigbügels ein „Korb“ aus Kunststoff. Dieser kann einzeln gekauft und angeschraubt werden und verhindert das Durchrutschen des Fußes durch den Steigbügel. Bei einem Sturz kann der Fuß nur in eine Richtung aus dem Steigbügel rutschen. Ein Hängenbleiben ist nicht möglich.

Vorteile
  • Kein Durchrutschen durch den Steigbügel
  • Sicherheit auch im Falle eines Sturzes
  • Optimal zum Erlernen der richtigen Fußposition im Steigbügel
Nachteile
  • Optisch sehr auffällig

Anfänger können so lernen, wie der Fuß richtig im Steigbügel stehen muss – nämlich auf dem Ballen. Viele machen zu Beginn ihres Reiterlebens den Fehler und schieben den Fuß bewusst oder unbewusst zu weit in den Steigbügel. Das ist nicht nur gefährlich, sondern verhindert auch einen korrekten Sitz. Der Nachteil dieses Modells ist, dass es sehr auffällig ist und deshalb nicht jedermanns Sache ist.

Was ist ein gedrehter Steigbügel und worin liegen dessen Vorteile und Nachteile?

Diese Steigbügel, die auch Isländer-Steigbügel genannt werden, wurden vor allem für das Reiten von Gangpferden konzipiert, können aber generell für jedes Pferd genutzt werden. Sie sind außen nach vorne verdreht und innen nach hinten. Bei einem Sturz rutscht so der Fuß leichter aus dem Bügel und bleibt nicht hängen.

Durch eine spezielle Aufhängung, die im Vergleich zu klassischen Steigbügeln um 90 Grad verdreht ist, liegt der Steigbügel flach am Pferd an, der Steigbügelriemen wird nicht verdreht. Verliert der Reiter seinen Bügel, kann er ihn durch diese Bauweise leichter wieder aufnehmen und läuft nicht Gefahr, dass sich die Riemen verdrehen.

Vorteile
  • Für Gangpferde konzipiert
  • Fuß bleibt selten im Bügel hängen
  • Leichtes Aufnehmen der Steigbügel möglich
Nachteile
  • Falsche Montage nimmt Sicherheitswirkung

Einzige Voraussetzung dafür, dass der Mechanismus des Steigbügels funktioniert ist, dass sie richtig herum am Sattel angebracht werden. Ist dies nicht der Fall, bleibt der Reiter eher im Bügel hängen, als dass der Fuß herausgleitet.

Was ist ein Sicherheitssteigbügel mit Klappmechanismus und worin liegen dessen Vorteile und Nachteile?

Äußerlich ist der Sicherheitssteigbügel mit Klappmechanismus nicht von einem klassichen Steigbügel zu unterscheiden. Allerdings besitzt er einen Sicherheitsmechanismus, der auslöst, wenn beispielsweise im Falle eines Sturzes vermehrter Druck auf die Schenkel des Steigbügels ausgeübt wird. Dann klappt der Bügel zur Seite und gibt den Fuß frei.

Vorteile
  • Optisch unauffällig
  • Verlässlicher Sicherheitsmechanismus
Nachteile
  • Relativ Schwer Mechanismus muss regelmäßig überprüft werden
  • Kann quietschen

Nachteil dieses Bügels ist, dass der Mechanismus regelmäßig auf seine Funktionsfähigkeit hin überprüft werden muss. Außerdem kann diese Art von Sicherheitssteigbügeln gegebenenfalls quietschen. Sie sind außerdem relativ schwer.

Kaufkriterien: Anhand dieser Faktoren kannst du Steigbügel vergleichen und bewerten

Material

Das Material des Steigbügels spielt eine wichtige Rolle. Es muss stabil sein, um dem Fuß den nötigen Halt zu geben und es soll lange halten. Auf dem Markt findet man einige unterschiedliche Materialien, die jeweils individuelle Vorteile und Nachteile bieten.

Steigbügel

Sicherheitssteigbügel mit Gelenken bieten eine optimale Sicherheit für den Reiter. Bei einem Sturz verdreht sich der Bügel und verhindert so, dass der Fuß hängenbleibt. (Foto: ceQuilibria / pixabay.com)

Vor allem das Gewicht ist ein wichtiger Punkt. Mit ultraleichten Kunststoffsteigbügeln und anderen Modellen wird mittlerweile das Gewicht der Steigbügel immer weiter gesenkt. Das Problem dabei ist, dass ein leichter Bügel schwer wieder aufgenommen werden kann, wenn man ihn einmal verliert.

Da er kein hohes Eigengewicht hat, hängt der leichte Bügel nicht ständig nach unten, sondern baumelt extremer am Pferdebauch. Ein zu leichtes Gewicht ist also auch nicht optimal.

Klassische Steigbügel bestehen aus Edelstahl. Dieses ist robust und rostet nicht. Dadurch ist die Pflege hier besonders einfach. Aufgrund seiner eleganten, glänzenden Optik ist der Edelstahl-Steigbügel sehr beliebt und wird auf Turnieren am häufigsten eingesetzt. Allerdings ist das Material relativ schwer.

Steigbügel aus Aluminium sind leichter als die aus Edelstahl, haben aber ansonsten die gleichen Eigenschaften. Sie können in den unterschiedlichsten Farben erworben werden.

Kunststoff-Steigbügel haben ein geringes Gewicht und federn leicht mit. Dies kann zwar angenehm und gelenkschonend sein, hindert aber den Reiter beim Mitschwingen. Durch seine leichte Bauweise, kann der Kunststoff-Steigbügel bei Überlastung brechen. Die Designs, vor allem die Farbgebung sind bei diesem Material sehr vielfältig.

Steigbügel aus Leder findet man vor allem im Westernreiten. Diese Steigbügel sind sehr stabil und breit, um eine bequeme Fußlage zu ermöglichen. Allerdings ist die Pflege dieser Bügel intensiver, denn Leder ist vor allem bei Kontakt mit Feuchtigkeit und Dreck sehr empfindlich und kann bei unterlassener Pflege seine Robustheit einbüßen.

Größe

Die richtige Größe des Steigbügels spielt eine entscheidende Rolle. Wenn diese nicht zur Schuhbreite des Reiters passt, kann es zu schlimmen Unfällen kommen. Deshalb solltest du darauf achten, dass der Steigbügel nicht zu eng für deinen Fuß ist.

Du solltest deinen Schuh ohne Hilfe in den Steigbügel stellen können, ohne dass dieser an der Seite drückt. Zu weit ist ein Steigbügel dann, wenn dein ganzer Fuß problemlos durch den Steigbügel rutschen kann.

Der optimale Steigbügel lässt links und rechts vom Fuß ein wenig Spielraum. Dann verbessert der Steigbügel auch wirklich die Sicherheit beim Reiten und schützt dich vor dem Hängenbleiben. Außerdem wird das Mitschleifen vom Pferd bei Stürzen verhindert.

Sicherheit beim Reiten

Der Steigbügel soll Sicherheit beim Reiten geben. Deshalb ist es wichtig, dass der Reiter stabil und bequem im Bügel stehen kann. Sollte man versehentlich aus dem Steigbügel rutschen, muss es möglich sein, diesen schnell wieder aufzunehmen. Bei besonders leichten Modellen kann dies allerdings schwierig werden, da sie aufgrund ihres geringen Gewichtes am Pferd hoch- und runterschaukeln.

Hat der Reiter das Gefühl, dass der Steigbügel nicht genügend Halt gibt oder dass er unbequem ist, sollte der Steigbügel schnellstmöglich ausgetauscht werden.

Auch im Falle eines Sturzes muss der Steigbügel verlässlich sein und zwar insofern, als dass er den Fuß schnellstmöglich freigibt. Heutzutage gibt es auf dem Markt verschiedene Sicherheitsmechanismen, die größtmögliche Sicherheit gewährleisten sollen. Wichtig ist auch hierbei, dass sich der Reiter wohlfühlt.

Bei Steigbügeln, die bei zu viel Druck – wie etwa bei einem Sturz – nachgeben, ist darauf zu achten, dass der Mechanismus nicht bei alltäglichen, normalen Situationen auslöst und so dem Reiter die Fußstütze nimmt. In diesem Fall kann es nämlich auch zu schweren Unfällen kommen, da der Reiter darauf nicht vorbereitet ist.

Entscheidung nach Reitsportdisziplin

Für die alltägliche Dressurarbeit verwenden die meisten Reiter klassische Steigbügel, die sehr guten Halt bieten und zusätzlich elegant und schlicht sind.

Beim Springreiten oder im Gelände bevorzugen viele Sportler Sicherheitssteigbügel. Diese können mit ganz unterschiedlichen Mechanismen ausgestattet sein, haben aber gemeinsam, dass sie im Falle eines Sturzes den Fuß des Reiters schnell freigeben. Hängenbleiben ist dabei so gut wie unmöglich.

Beim Distanzreiten hat sich ein Steigbügel durchgesetzt, der einem Steigbügel der englischen Reitweise ähnlich sieht, aber eine extrem breite Auflagefläche hat. So ist die Fußposition auf Dauer bequemer.

Beim Westernreiten sind die Steigbügel meist im Sattel integriert. Im Gegensatz zu den Steigbügeln, die in der englischen Reitweise genutzt werden, bestehen Westernbügel aus Leder. Sie sind außerdem breiter, um auch bei langen Ritten bequem und sicher zu sitzen.

Trivia: Wissenswerte Fakten rund um Steigbügel

Wann wurde der Steigbügel erfunden?

Wann, wo und von wem der Steigbügel erfunden wurde ist bis heute nicht abschließend geklärt. Erste Hinweise auf die Verwendung von Steigbügeln geben indische Malereien, die etwa aus dem Jahr 50 vor Christus stammen. In diesen werden Reiter dargestellt, die ihre Füße in Schlaufen und Haken stellen.

Steigbügel

Westernsteigbügel bestehen aus Leder und sind besonders breit.(Foto: skeeze / pixabay.com)

Ab circa 400 nach Christus wurden dann Steigbügel aus Holz und Metall verwendet, die sich zunächst in Asien verbreiteten. Durch Kriegszüge kamen die Steigbügel auch nach Europa und wurden aufgrund ihrer Vorteile schnell von den dortigen Völkern übernommen.

Die Nutzung der Steigbügel wurde am Anfang in zwei Arten eingeteilt: Steppenvölker stellten sich in die Bügel und konnten so über lange Strecken die Pferderücken entlasten und das Gleichgewicht halten. Die andere Art zu Reiten kam bei Ritterkämpfen zum Einsatz. Die Steigbügel mussten hier vor allem Halt und Stabilität im Sattel geben.

Wie findet man die richtige Steigbügellänge?

Die richtige Steigbügellänge ist Grundvoraussetzung für einen korrekten, losgelassenen und lockeren Sitz auf dem Pferd. Ist der Steigbügel zu kurz oder zu lang eingestellt, wird die Hüfte des Reiters blockiert und das Mitschwingen unmöglich. Deshalb sollte jeder Reiter auf eine korrekte und für ihn angenehme Steigbügellänge achten.

Wie stellt man nun die korrekte Dressursteigbügellänge fest? Für eine grobe Einschätzung, kann der Reiter sich neben das gesattelte Pferd stellen und seine Fingerspitzen an das Steigbügelschloss legen. Wenn der Arm ausgestreckt ist, sollte der Steigbügel genau in der Achsel des Reiters enden.

Eine andere grobe Methode um die passende Länge für die Dressurbügel zu finden ist, auf dem Pferd sitzend die Beine locker baumeln zu lassen. Dabei sollte der Steigbügel auf Höhe der Knöchel des Reiters enden. Bei beiden Varianten sollte der korrekte Sitz möglich sein: Schulter, Hüfte und Absatz des Reiter müssen stets eine Linie bilden und der Absatz muss locker federn können.

Am aller wichtigsten ist allerdings das Gefühl beim Reiten, um einzuschätzen, ob die Bügel zu lang oder zu kurz sind. Denn je nach Sattelmodell, Pferd und Reiter kann die optimale Bügellänge variieren.

Wer sich unsicher ist, welche Bügellänge die richtige ist, sollte einen erfahrenen Reiter oder einen Reitlehrer befragen.

Zum Springen braucht man kürzere Bügel. Dafür wird der Dressurbügel einige Löcher kürzer geschnallt, sodass das Knie sicher an der Pausche anliegt. Auch hier spielen allerdings das Gefühl und die Vorlieben jedes einzelnen Reiters eine wichtige Rolle.

Bei Kindern oder kleinen Personen kann es vorkommen, dass die Steigbügel kürzer eingestellt werden müssen als es das letzte Loch im Steigbügelriemen zulässt. In diesem Fall sollten entweder zusätzliche Löcher nachgestanzt werden oder aber der Bügel wird umgeschlagen.

Für das Umschlagen wird einfach der Steigbügelriemen ein oder zwei Mal um den oberen Teil des Steigbügels gewickelt und dann wieder normal verschnallt.

Wie sollte der Fuß im Steigbügel stehen?

Steht der Fuß zu weit vorn im Steigbügel, im Extremfall wäre das dann nur auf den Zehenspitzen, verliert der Reiter den Halt. Statt locker zu sitzen fängt der Reiter an zu verkrampfen und den Steigbügel irgendwie festzuhalten. Außerdem kommt es dann meist zu einem Vorrutschen der Unterschenkel, woraus der falsche Stuhlsitz resultiert.

Steigbügel Rennbahn

Der Fuß sollte immer an der breitesten Stelle, nämlich den Fußballen, im Steigbügel stehen. Nur so ist ein korrekter Sitz mit einem gut federnden Absatz möglich. (Foto: Noah Silliman / unsplash.com)

Steht der Fuß zu weit im Steigbügel, kann der Absatz nicht mehr federn. Vor allem bei Anfängern sieht man diesen Fehler oft. Meist versuchen betroffene Reiter auch, sich in den Bügel zu stellen und schwingen nicht mehr mit den Bewegungen des Pferdes mit.

Wenn der Steigbügel locker nach unten hängt, muss er immer von außen aufgenommen werden. So dreht sich der Steigbügelriemen mit dem Bein mit und schmiegt sich daran an. Wird der Steigbügel innen aufgenommen, drückt der Riemen gegen das Schienbein des Reiters, was sehr unangenehm und störend ist.

Was kann man tun, wenn man im Steigbügel rutscht oder ihn verliert?

Wer seine Steigbügel nicht sicher halten kann, sollte vor allem zuallererst an seinem Sitz arbeiten. Meist liegen solche Probleme nämlich entweder daran, dass sich der Reiter verspannt oder – im anderen Extremfall –, dass der Reiter seine Körperspannung noch nicht immer aufrechterhalten kann. In beiden Fällen kann der Absatz nicht nach unten federn und somit wackelt der Fuß im Steigbügel.

Erfahrene Reitlehrer können diese Probleme lösen, indem sie Sitzschulungen (gegebenenfalls an der Longe) und individuelle Tipps geben. Verbessert sich der Reitersitz, rutscht der Fuß auch nicht mehr so leicht aus dem Steigbügel heraus.

Ist der Sitz in Ordnung oder treten die Probleme nur bei bestimmten Steigbügeln auf, sollten die Gummieinlagen überprüft werden. Bei intensiver Nutzung können diese abnutzen und bieten nicht mehr den optimalen Halt.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] http://pferdewiese.com/die-richtige-steigbuegellaenge/


[2] http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/verhaltensforschung-bei-pferden-sie-wissen-was-du-weisst-a-1126733.html

Bildquelle: Noah Silliman / unsplash.com

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